Verhern "verhern" LP
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>>Eingespielt und aufgenommen irgendwann im September 2004 ohne jeglich vorangegangene Proben!<<, so steht es im Booklet und ich
frage mich, ob ich dies glauben kann und soll bezüglich der dargebotenen Musik. Jene ist trotz ihrer Räudigkeit von unglaublicher
Harmonie erfüllt und wenn hier tatsächlich Wahrheit niedergeschrieben wurde, so muss es sich bei Eternal, T.Nif. und L.S. um dermaßen eng
vertraute Freunde handeln, dass das Wort Freund schon fast lächerlich erscheint. Nicht anders wäre zu erklären, wie man ohne ein einziges Mal
des Ausprobierens, Antestens, Absprechens ein Album wie „Verhern“ aus dem Hut des Nichts zaubern kann. Einige Durchläufe habe ich benötigt,
um die wahre grandiose Kraft dieser Scheibe für mich zu entdecken, sozusagen von purem Genuss zu entspannter Ekstase (dies beschreibt wohl
am besten, was ich seit eniger Zeit beim Hören des Werkes empfinde) überzuwechseln, denn das doch recht rumpelige äußere Erscheinungsbild
täuscht anfangs über so manche intonierte Grandiosität hinweg. Jene gilt es für sich zu entdecken, das Trio aus Bayern ist für Anhänger
eigenständigen, melancholisch-melodischen, rauhen Schwarzmetalls ein Muss, schöpft es doch aus den ehernen Quellen des Black Metals,
versprüht nicht nur einen gewissen ursprünglichen Charme, sondern ebenso die schwarzen Schwingen der Tragik, nach der jedes Dunkelherz
begiert. >>Oh dich Hölle ich erwarte, Lege die Qualen über mich, Ich will nähren deinen Brand, Ewig wird verdorrtes Land<<, so ein
Textauszug des Stücks „Entlang Der Trümmer“, der in seiner traumwandlerischen Bitterkeit an dieser Stelle stellvertretend für die
lyrische Untermalung des Trios stehen soll. Nicht ohne Grund hat Eternal das 30minütige Debüt des persönlichsten all seiner
Musikprojekte am 08.08.08 über Eternity Records veröffentlicht. Soviel Unendlichkeit auf einmal ist mir fast schon unheimlich und erinnere ich
mich an eingangs zitierte Worte, so wird mir dies tatsächlich, denn es ist sicherlich ein gewisser Hauch von Magie vonnöten, um aus dem Vakuum
heraus etwas so wundervolles zu zaubern. Man schweife kurz zu meiner Rezension des aktuellen I SHALT BECOME-Werkes und lese sich durch, was
ich dort bezüglich „Maxwell..scher Theorie“ aus den Tiefen des Weltennetzes eruieren konnte. Mag sein, dass jenes Konstrukt bei
VERHERN am ausführenden Hebel saß oder zumindest versteckt im Dunkel auf die drei Musiker eingewirkt hat. Die wunderschönen wie
eigenständigen Melodien, die an ruhigere Passagen DARKTHRONEs zu ihren besten Zeiten erinnern, untermalt von einer gnadenlos rauh-krächzigen
dunklen Stimme, wissen sicherlich nicht nur mein schwarzes Herz zu verzaubern und nicht allein meine Gelenkknochen zum Mitschwingen
anzutreiben. Eine Mischung aus morbider Anmut, eiskalter Emotion und traurig-schwelgerischer Einsamkeit, mit einer großen Portion an Hass,
Räudigkeit, Erhabenheit und Niedergang verfeinert! Von schlichter, aber nicht zu leugnender Schönheit ist die optische Aufmachung. Das Booklet
hat auf Cover-Seite anhand einer, in Auflösung begriffener Ruine das perfekte bildliche Pandon zur Musik und im Inneren alle Texte zu
bieten. Auch andere Kritiker haben das junge Musikprojekt bereits mit Gold und Edelsteinen überhäuft, wie z.B. eine, auf der Eternity
Records-Webseite zitierte „einsame Seele“, die ich hier abschließend anhand eines Auszugs zu Wort kommen lassen möchte, denn eindringlicher
und poetischer bin ich es nicht auszudrücken fähig: >>VERHERN vermittelt mir das Gefühl, von kalter Hand in noch kälteres Wasser
hinabgezogen zu werden, und ließ mich im Ersaufen noch glauben, daß die Welt außerhalb des Eiswassers, das mich tötet, nur noch übler sei als
dies. Das schafft Musik nur selten.......................<< (PD)
Ablaze Magazin #6
Auszüge:
Verhern

Diesen Artikel haben wir am Donnerstag, 09. Juli 2009 in unseren Katalog aufgenommen.